Ausschnitt im Sternbild

MWP1 and ALV1

Zwei Planetarische Nebel im Sternbild Schwan.

Hier ist eines der wenigen Felder am Himmel zu sehen, das zwei Planetarische Nebel gleichzeitig zeigt. Es besteht aus einem großen alten und entwickelten und einem kleineren runden und sehr schwachen Planetarischen Nebel. Das hier gezeigte Duo heißt PK 080-10.1 (MWP 1) und PN G79.8-10.2 (Alv 1). Alv 1 befindet sich im unteren rechten Quadranten des Bildes.

MWP1 aka PN G080.8-10.6 and ALV1 aka PN G079.8-10.2
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Objekt: MWP1 aka PN G080.8-10.6 and ALV1 aka PN G079.8-10.2
Aufnahmedatum: 21.08.2019, 22.08.2019, 23.08.2019, 24.08.2019, 25.08.2019
Entfernung: 1.400 Lichtjahre
Belichtung gesamt: Ha 5nm: 114 x 300", OIII 3nm: 145 x 300", RGB E-Series: 175 x 180", sum: 30.3 hrs.
Teleskop: Takahashi Epsilon 130D
Brennweite: 1000mm
Filter: Astrodon H-Alpha 5nm, [OIII] 3nm, RGB E-Series
Kamera: ASI 1600 MMC Pro
Guiding: Off Axis Guider, Lodestar
Montierung: EQ8

Der große und alte Planetarische Nebel PK 080-10.1 wurde erst in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts durch Motch, Werner und Pakull (daher die Bezeichnung MWP, die aus den Anfangsbuchstaben der Namen der Entdecker gebildet wurde) entdeckt, als sie eine schwache Röntgenquelle im Schwan untersuchten. Die Röntgenquelle stellte sich als Zentralstern eines Planetarischen Nebels heraus. Dabei ist der Zentralstern kein normaler Weißer Zwerg, sondern ein pulsierender Stern vom Typ GW Vir. GW Vir Sterne pulsieren mit Perioden unter einer Stunde durch nicht-radiale Schwerkraftwellen.

Der Planetarische Nebel ist bipolar, d.h. er hat zwei Achsen, entlang derer der Zentralstern seine Materie ins All abgegeben hat. Eine bipolare Erscheinung ist sowohl durch das Vorhandensein eines Partnersterns in einem Doppelsternsystem als auch durch ein extrem starkes Magnetfeld des Zentralsterns erklärbar. Interessanterweise steht der Zentralstern nicht im geometrischen Mittelpunkt des Nebels, sondern ist der helle, türkisfarbene Stern in der 5h-Richtung vom Mittelpunkt von PK 080-10.1 aus gesehen. Normalerweiser verblassen Planetarische Nebel nach etwa 20.000 Jahren soweit, dass sie nicht mehr sichtbar sind. MWP 1 soll dagegen 150.000 Jahre alt sein, was nur durch den seltenen und komplexen Lebensweg des Zentralsterns, der nach Ausbildung des Planetarischen Nebels noch einmal das Heliumbrennen zünden und noch einmal das Rote Riesenstadium durchlaufen konnte.

Der Planetarische Nebel PN G79.8-10.2 wurde vor wenigen Jahren von dem portugiesischen Amateurastronomen Filipe Alves im Umfeld einer tief belichteten Aufnahme von MWP 1 entdeckt. Der Planetarische Nebel ist annähernd rund und leuchtet fast nur im Licht des ionisierten Wasserstoffs und möglicherweise des ionierten Stickstoffs d.h. rot. Der Weiße Zwerg im Zentrum ist auf der Aufnahme als türkisfarbener Stern deutlich erkennbar.

Quelle: http://www.astro-photos.net/